Legenden des Mount Everest

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Die meisten Legenden des Everest sind bekannte und berühmte Kletterer. Aber auch einige wenige in der Öffentlichkeit stehenden Menschen sind am Mount Everest zu Legenden geworden.

Dies ist eine Serie von zwölf Porträts von Menschen, die ich als Legenden des Mount Everest erachte.

Legends of Everest,
Oil Painting, Portraits Painting
Ölgemälde, Porträt
12 * 90 cm * 90 cm, 2013 – 2016

Die obige Reihenfolge wurde aus darstellenden Gründen gewählt. Hier ist eine andere:

Diese Auswahl ist beispielhaft und kann jederzeit erweitert werden.

Mehr zum Mount Everest finden Sie unter dem Set Everest Tragödien, dem 360° Panorama vom Gipfel oder Landschaften vom höchsten Berg der Welt.

Phurba Tashi

Phurba Tashi bestieg den Mount Everest zwischen 1999 und 2013 21 mal, so oft wie Apa Sherpa. Seit dem Rekordjahr 2018 heißt der alleinige Rekordhalter allerdings Kami Rita Sherpa. Phurba Tashi hielt auch den Weltrekord der meisten bestiegenen 8.000: 38 Berge, die über 8.000 Meter hoch sind hat er bestiegen.

Die erfolgreichste Höhenbergsteiger der Welt sind Sherpa.

Phurba Tashi Sherpa Mendewa, der „Everest Yak“, wurde 1971 geboren und lebt in Khumjung, Nepal. Die meisten seiner Expeditionen hat er für für Russell Brice als Sirdar, dem Haupt-Sherpa, durchgeführt. Dabei musst er einige aufsehenerregende Dinge tun: 2002 brachte er Marco Siffredi zum Gipfel des Everest, bevor dieser mit dem Snowboard abfuhr, 2006 trug der den beinamputierten Mark Inglis den Berg hinunter, und 2007 stand er sogar dreimal auf dem Dach der Welt.

Lhakpa Sherpa

Lhakpa Sherpa ist die Frau mit den meisten Besteigungen des Mount Everest. Von 2000 bis 2006 und 2016 bis 2018 stand sie insgesamt neunmal oben. Auch 2015 hatte sie an einer Expedition teilgenommen, nach dem Erdbeben aber vielen Menschen geholfen.

Lhakpa Sherpa ist in Makalu in Nepal aufgewachsen. Zwölf Jahre lang war sie mit einem Bergsteiger verheiratet und hat drei Kinder. Heute lebt sie in den USA.

Marco Siffredi

Marco Siffredi fuhr als erster den Mount Everest mit dem Snowboard ab. 2001 wählte er dafür das Norton Couloir auf der linken Seite der Nordwand. Er verschwand 2002 nach seiner zweiten Besteigung des Berges, als er das Hornbein-Couloir auf der rechten Seite der Nordwand abfuhr.

Er ist einer der Mount Everest Leichen.

Marco Siffredi wurde nur 22 Jahre alt, aber er war der bekannteste Free Rider seiner Generation. Er fuhr die steilsten Berge mit hoher Geschwindigkeit ab. Marco war nicht der Erste, der sich ein solche Abenteuer traute, aber er war der coolste.

  • Davorin Karnicar wird als erster Menschen gesehen, der mit Skiern vom Gipfel abfuhr.
  • Man sagt, der Japaner Yuichiro Miura wäre 1970 den Berg als Erster abgefahren – aber er startete vom Südsattel, der 900 Meter unterhalb des Gipfels liegt.
  • Stefan Gantt sieht sich selbst als Ersten, der mit dem Snowboard den Mount Everest herunterfuhr. Aber er stieg Hunderte von Metern zu Fuß ab.

Russell Brice

Russell Brice ist wahrscheinlich der berühmteste lebende Bergführer. Er erfand eine neue Art des Bergführens, er ist selbst ein bekannter Kletterer und er ist ein Filmstar.

Russell wurde 1952 in Neuseeland geboren und lebt heute in Chamonix, in Frankreich. Allerdings ist er meistens weg, denn seit 1979 gründete er sein Bergführergeschäft Himex und führt seitdem jedes Jahr im Frühjahr Bergsteiger auf den Mount Everest. Im Herbst leitet er Expeditionen zum Manaslu.

Nach dem Tod von Rob Hall am Mount Everest 1996, dem zu dieser Zeit bekanntesten Bergführer am Everest, führte Russell Brice folgende Neuerungen ein:

  • Ein jährlich neu verlegtes Fixseil führt seitdem von Basislager bis zum Gipfel
  • Jeder Kunde wird von einem Sherpa begleitet
  • Er selbst bleibt in sicheren Höhen, beobachtet die Kletterer, hält über Funk Kontakt und nutzt intensiv Informationen, wie den Wetterbericht

Am bekanntesten wurde Russell Brice durch einen BBC Reportage, die zeigt, wie sein Team 2006 am sterbenden David Sharp in der Green Boot Cave vorbeiging.

Long Dorje Sherpa

Long Dorje ist kein Rekordhalter, aber er hat den Mount Everest deutlich über zehn mal bestiegen und ist einer der ersten, der dies erreichte.

Rob Hall

Robert Edwin „Rob“ Hall (1961 – 1996) war der bekannteste Bergführer am Mount Everest 1996. Berühmt wurde er posthum durch seinen tragischen Tod in einer kalten und stürmischen Nacht in der er und sieben weitere Menschen am Berg starben.

Zuvor hatte Rob Hall mit seiner Bergführeragentur Adventure Consultants bereits 39 Menschen zum Gipfel geführt, und den Berg selbst viermal bestiegen. Auch 1996 fand sich wieder einen Gruppe Bergsteiger, die sein Team bezahlten. Seine Reputation brachte ihm die Spitznamen „Bergziege“ und Show“ ein.

Was dann geschah wurde in vielen Büchern beschrieben und verfilmt. Darunter das Buch des Journalisten Jon Krakauers Buch “Into Thin Air” und die Erzählung des Bergsteigers Göran Kropp “Allein auf den Everest”.

Rob Halls Körper liegt noch immer in der Nähe seines Todes, unterhalb des Südgipfels, wo auch weitere Mount Everest Leichen liegen.

Ang Rita

Ang Rita, der Schneeleopard, war der erste Mensch, der den Mount Everest zehnmal ohne zusätzlichen Sauerstoff bestieg. 1996, fast 20 Jahre nachdem Reinhold Messner und Peter Habeler dies erstmals vermochten filmte er Göran Kropp bei dessen Aufstieg und war zum letzten Mal auf dem Gipfel. Ang Rita wurde 1948 geboren und starb 2020.

Wenn Göran Kropp nicht wäre, würde man nicht viel über Ang Rita Sherpa wissen. Der „verrückte Schwede“ hatte sich 1996 in den Kopf gesetzt, den Mount Everest von Schweden aus mit eigener Ausrüstung und mit Muskelkraft zu besteigen. Er fuhr mit einem Fahrrad nach Nepal und zurück und bestieg zwischendurch den Berg nahezu drei Mal. Beim ersten Mal schaffte er es nicht, beim zweiten Mal half er den Teams von Rob Hall und Scott Fischer zu überleben. Beim dritten Mal war er erfolgreich und der legendäre Sherpa Ang Rita hatte nur eine Kamera zu tragen, um dies zu dokumentieren.

Jean-Marc Boivin

Jean-Marc Boivin (1951 – 1990) war ein französischer Extrembergsteiger, -skifahrer, und –paraglider. Als erster flog er vom Mount Everest herunter: in nur zwölf Minuten.

Boivin war einer der führenden Alpinisten in den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Im Prinzip war er schon ein „Speed-Climber“ als es das Wort noch nicht gab. Auch abwärts musste es schnell gehen – mit Skiern oder einem Paraglider war er schnell wieder vom Berg herunter und konnte den nächsten Gipfel in Angriff nehmen.

Junko Tabei

Junko Tabei (1939 –2016) war eine japanische Bergsteigerin. Sie erreichte als erste Frau 1975 den Gipfel des Mount Everest und bestiegt auch als erste die Seven Summits.

Sie begann erst spät mit dem Klettern und gründete 1969 während Ihres Studiums den Ladies Climbing Club (LCC). Mit diesem Club stellte sie die Japanese Women’s Everest Expedition (JWEE) mit 15 Bergsteigerinnen zusammen.

Nach Ihrem Erfolg nutzte sie Ihre Bekanntheit, um sich für die Umwelt zu engagieren.

Reinhold Messner

Reinhold Messner erreicht gemeinsam mit Peter Habeler 1978 als erster Mensch den Gipfel der Welt ohne künstlichen Sauerstoff. Zwei Jahre später war er auch der erste Bergsteiger, der den Aufstieg alleine schafft – über das Norton Couloir.

Er bestieg als erster alle 14 Achttausender, als zweiter alle Sven Summits, war an beiden Polen mit Skiern und hörte auch danach nicht auf, immer wieder Neues zu wagen.

Möglich wurde ihm dies, weil er die Art und Weise revolutionierte, wie man die höchsten Berge der Welt besteigt: er brachte den „Alpin-Stil“, Bergsteigern mit leichtem Gepäck, nach Nepal. Und weil er überlebt hat: Reinhold Messmer wusste im richtigen Moment umzukehren. Fast 50% seiner Expeditionen waren nicht erfolgreich.

Nach seiner Karriere als Bergsteiger eröffnete er sechs Museen, die heute eine große Sammlung von Bergmalerei zeigen. Das Gemälde “Second Step” von Jürgen Stäudtner ist seit 2015 auf dem Kronplatz in Italien zu sehen.

Sir Edmund Hillary

Edmund Hillary (1919 –2008) war der erste, der den Mount Everest 1953 gemeinsam mit dem Sherpa Tenzing Norgay erklomm. Die Bergsteiger nahmen die südliche Route über den Khumbu-Gletscher und den Südsattel bevor sie ein steiles Stück kurz unterhalb des Gipfel meisterten: heute bekannt als der Hillary Step.

Edmund Hillary hatte Glück, zur neunten Britische Expedition eingeladen zu werden. Nachdem die Engländer in den 1920er nicht erfolgreich waren übernahm John Hunt nach dem zweiten Weltkrieg die Leitung der Expedition. Er erkannte, dass Großbritannien mehr ist als England und lud die besten Bergsteiger des Commonwealth ein.

Mit 362 Trägern, 20 Sherpa und mehr als 20 britischen Bergsteigern schaffte es die Mannschaft, ein Lager auf dem Südsattel zu errichten. Hier hatte Edmund Hillary ein zweites Mal Glück: das erste Team schaffte es nicht auf den Gipfel. Im zweiten Versuch gelang ihm gemeinsam mit dem Sherpa Tenzing Norgay.

Auch er hörte danach nicht auf, Sport zu betreiben: Er erreichte ebenfalls beide Pole.  Danach investierte er viel in Schulen in Nepal.

George Mallory

George Herbert Leigh Mallory (1886 – 1924) ist der erste „Held“ des Mount Everest. Er war Teil dreier englischer Expeditionen in den 1920er Jahren und schaffte fast den Aufstieg. Unterhalb des „Second Step“ starben er und sein Begleiter Andrew “Sandy” Irvine.

Seine Kameraden Norton und Somervell schafften es fast so hoch, indem sie dem Norton Couloir, einer steilen und gefährlichen Eisrinne, folgten. Mallory und Irvine sind bekannter als Norton und Somervell, weil bis heute diskutiert wird, ob die Gipfel erreichten, oder nicht.

Die Mallory Expedition fand den Körper Georg Mallorys, eine weitere Leiche auf dem Mount Everest. Er ist allerdings nicht die erste Leiche auf dem Berg: einige Sherpa starben bereits in den Jahren zuvor am Berg.

2 Kommentare zu „Legenden des Mount Everest“

  1. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Das ist wirklich eine interessante Bilderreihe. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude bei Ihrer Arbeit.
    Beste Grüße,
    Hannah

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