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Diese Ölgemälde spiegeln meine Auswahl der am meisten diskutierten und aufregendsten Berge wieder – dabei zählten nicht Höhe oder Steilheit, sondern die Geschichte, die die Berge erzählen.
Landschaftsbilder sind heute vielfältig, spannend, farbig und anregend. Sie reflektieren, wie wir Berge sehen.
- Kili-Man-Jaro
- Lauterbrunnental High Nose
- K2 Berg
- Mount Everest Kangshung Wand
- Chogolisa
- Ama Dablan Camp 2
- Nepalesische Reisterrassen
- Dhaulagiri Südwand
- Denali
- Action Directe
- La DuraDura
- El Cap Dawn Wand
- Sendero luminoso
- Fitz Roy Traverse
- Cerro Torre Egger
- Kompressor-Route
- Mazeno Grat
- Muztagh Turm
- Jianglangshan Berg
- Toter Bergsteiger
- Olymp Mytikas Gipfel
70 cm * 100 cm, 2016
Diese Auswahl wurde 2016 vorgenommen – seitdem ht sich einiges getan. Es gab Filme zum Thema, weitere Rekorde aber auch Tragödien. Und jedes Jahr vergeben führende Bergsteiger „goldene Eispickel“ für herausragende Leistungen. Dennoch ist die Auswahl aktuell.
Nach den Bildern können sie mehr über die einzelnen Landschaftsbilder erfahren, das Konzept lesen und sich ein Bild des Making-Off des Zyklus machen.
Kili-Man-Jaro
Oil Painting, Landscape Painting
Ölgemälde, Landschaftsbilder
70 cm * 100 cm, 2020
Mount Kili-man-jaro ist ein Vulkan in Tanzania. Er ist zwar nur 5.895 Meter hoch, aber einigermaßen überraschend:
Als höchster Berg in Afrika ist Kilimanjaro Teil der Seven Summit, der höchsten Berge aller Kontinente. Zudem ist es auch der höchste freistehende Berg der Welt und so hoch, das der Gipfel eine Eiskappe hat. Diese schmilzt zwar, aber ist immer noch attraktiv genug für kürzliche Expeditionen von Eiskletterern.
Kili-Man-Jaro hat drei vulkanische und konische Gipfel: Kibo der auf dem Gemälde zu sehen ist, hat mit dem Uhuru Peak den höchsten Gipfel des Massivs. Kibo ist auch der Teil des Vulkans, der wieder explodieren könnte. Der Vulkan hat aber mehr als 250 weitere Ausbruchsstellen in der Umgebung.
Anscheinend gibt es Tausende von Aufstiegen jedes Jahr, ähnlich touristisch organisiert wie am Mount Blanc oder am Mount Elbrus. Hunderte von Bergsteigern müssen jedes Jahr gerettet werden, aber nur wenige sterben. Rekorde gibt es ähnlich viele, wie am Mount Everest: Der schnellste Aufstieg wird gezählt (von einem Mann ungefähr sieben Stunden für den Hin-und Rückweg), der älteste und jüngste Bergsteiger wird benannt und auch hier gab es körperlich eingeschränkte Personen auf dem Gipfel.
Der Name scheint abgeleitet zu sein vom Namen des Bergs in Kiswahili: Kilima-Njaro.
Lauterbrunnental High Nose
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
100 cm * 70 cm, 2016
Im Schweizer Lauterbrunnental begann die Bergmalerei am Fuße weltbekannter 4.000er. Sowohl der Staubachfall (Caspar Wolf) als auch der Schmadribachfall (Joseph Anton Koch) liegen hier. Noch immer ist das Lauterbrunnental im Gespräch – als weltweit bekannter Standort für BASE-Jumper, die hier optimale Voraussetzungen und Exit-Points finden. Ein bekannter Absprungpunkt ist High-Nose – das Ölgemälde ist an einen Video-Still eines Wingsuit-Piloten angelehnt.
K2 Berg
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
100 cm * 70 cm, 2016
Der mit 8611 Metern zweihöchste Berg der Welt ist der höchste Berg außerhalb des Himalaya. Im Karakorum gelegen gilt er als einer der schwersten der hohen Berge, und als einer der schönsten. Besonders von Norden, wenn die Sonne untergeht, sieht der Berg K2 aus wie das Matterhorn. Der „Berg der Berge“ gehört zu den gefährlichen 8.000ern: ungefähr jeder vierte Bergsteiger kehrt nicht zurück.
Mount Everest Kangshung Wand
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
100 cm * 70 cm, 2016
Es wird immer wieder bestritten, aber; der Mount Everest ist höchster Berg der Welt. Der Berg, der eigentlich Sagarmatha bzw. Chomolungma heißt, ist für viele Menschen das pure Abenteuer. Auch wenn Sherpa jedes Jahr (mit Ausnahme von 2014 und 2015) auf den meistens genutzten Routen über den Südostgrat oder den Nordostgrat Fixseile legen. Anders sieht es bei der Ostwand, der Kangshung Wand aus, die durch die bekannten Grate begrenzt wird: Sie ist drei Kilometer breit, ebenso hoch, extrem steil, gefährlich, einsam gelegen und bis heute nicht direkt durchstiegen worden – eine Aufgabe für die Avantgarde!
Chogolisa
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
70 cm * 100 cm, 2016
Neben den vier anerkannten Achttausendern des Karakorums gibt es dort weitere interessante Berge. Neben dem K1, dem Masherbrum, dessen Nordostwand im alpinen Stil noch nicht bestiegen wurde, die Chogolisa. In Sachen Schönheit macht sie dem Ama Dablan und dem K2 Berg Konkurrenz. In Sachen Gefahr dem Nanga Parbat: der Österreicher Helmut Buhl, der erste Mensch auf dem Nanga Parbat, starb dort.
Ama Dablan Camp 2
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
70 cm * 100 cm, 2016
Ama Dablan gilt in Bergsteigerkreisen als einer der schönsten Berge des Himalaya. Der Gipfel sieht so harmonisch aus wie das Matterhorn, ist aber 2 Kilometer höher. Jeder Wanderer, der zum Everest oder zum Lhotse will, kommt am Ama Dablan vorbei. Weniger bekannt ist die ausgesetzte Stelle des zweiten Lagers auf einem Grat, an dem es auf zwei Seiten hunderte Meter in die Tiefe geht.
Nepalesische Reisterrassen
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
70 cm * 100 cm, 2016
Menschen in Nepal haben es schwer. Das Land ist durchweg steil und dünn besiedelt. Nahrung muss den Bergen mühsam abgetrotzt werden. Bergvölker, in der Khumbu-Region um den Everest herum Sherpa genannt, arbeiten gerne als Träger für Expeditionen in die Berge. Eine lukrative Arbeit, bei der viele Sherpa sterben.
Dhaulagiri Südwand
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
70 cm * 100 cm, 2016
Einer der letzten, großen unbestiegenen Wände des Himalaya ist die Südwand des weißen Bergs der Achttausender, des Dhaulagiri. Der siebst höchste Berg der Welt ist wie sein Nachbar, die Annapurna, ein gewaltiges Massiv mit viele weiteren Gipfeln. Die Gegend ist die zerklüftetste auf der Erde – das mit sieben Kilometern tiefste Tal der Welt liegt gleich nebenan – das Kali Gandaki-Tal.
Denali
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
100 cm * 70 cm, 2016
Der Denali ist einer der Seven Summits, der höchsten Berge aller Kontinente, so wie der Mount Elbrus, höchster Berg Europas. Der höchste Berg Nordamerikas glänzt nicht nur durch seine rekordverdächtigen Temperaturen von fast 80°C unter Null. Es ist auch einer der wenigen Berge mit einem Flughafen direkt am Basislager. Ein Besuch lohnt sich alleine um die unglaublichen Sonnenaufgänge in Alaska mit zu erleben.
Action Directe
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
70 cm * 100 cm, 2016
Auf den ersten Blick scheint Europa bezüglich der Berge der Avantgarde ein kleines Licht zu sein. Alle Berge sind bestiegen – es gibt höhere, schönere, schwerere anderswo auf der Welt. Aber: vom beschaulichen fränkischen Trubach aus eroberte Wolfgang Güllich die Kletterwelt. Er kletterte die nur 15 Meter lange „Action Directe“ 1991 nach jahrelanger Vorbereitung als Erster. Action Directe galt bis Anfang der 2.000er Jahre als die schwerste Route der Welt. Noch heute gilt das Frankjura weltweit als eines der anspruchsvollsten Klettergebiete, auch zum Bouldern.
La DuraDura
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
100 cm * 70 cm, 2016
Die Leistungsfähigkeit heutiger Kletterer steigt rasant. Neue Traningsmöglichkeiten und -methoden bereiten die Athleten für härtere Routen vor. Mann muss kein Hellseher sein um vorherzusagen, dass die heute härteste Route demnächst wiederholt wird.
So wie “Die harte Harte”, eine Kletterroute in der Region der spanischen Stadt Oliana, die zuerst von Adam Ondra and Chris Sharma geklettert wurde. Bis 2017 war dies die schwerste Route der Welt.
El Cap Dawn Wand
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
100 cm * 70 cm, 2016
Neben dem Titelbild eines Apple-Betriebssystems ist El Capitan bekannt als Ursprung, Eldorado und Krönung der „Big Walls“ – einen Kilometer hoher Wände, die mit möglichst wenig Hilfsmitteln bestiegen werden. „The Nose“ – in der Bildmitte – und „Wings of Steel“ sind die bekanntesten Routen. Die erste Besteigung der Nose dauerte noch 47 Tage – heute wird sie in zweieinhalb Stunden erklommen. 2015 haben Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson den ersten freien Aufstieg der „Dawn Wall“ geschafft – in 19 Tagen. Alleine war das Team nicht. Die Verpflegung wurde jeden Tag durch Freunde vorbeigebracht.
Sendero luminoso
Oil Painting, Portrait and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
70 cm * 100 cm, 2016
Alex Honnold ist einer der bekanntesten Bergsteiger der Welt – und einer der verrücktesten. Hier besteigt er alleine den fast 1.000 Meter hohen leuchtenden Pfad, den Sendero Iluminoso, in El Potrero Chico, Mexiko. Ohne Sicherung.
Ähnlich verrückt sind wenige Bergsteiger. Der neben Honnold bekanntest Freeclimber war Dean Potter, der für alle Fälle beim Klettern einen Fallschirm dabei hatte.
Fitz Roy Traverse
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
100 cm * 70 cm, 2016
Der spektakuläre Blick auf die Fitz Roy Traverse eröffnet sich jedem, der sich der südlichen Grenze zwischen Argentinien und Chile in Patagonien von Osten nähert. Der Fitz Roy selbst steht seinem Nachbarn Cerro Torre nicht viel nach, und so galt die fünf Kilometer lange Traverse über sieben dieser Gipfel als unmöglich. Bis Tommy Caldwell und Alex Honnold 2014 der Welt zeigten, wie es geht. Sie erhielten dafür einen Piolet d’or, den wichtigsten Preis der Kletterer.
Cerro Torre Egger
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
70 cm * 100 cm, 2016
Der Cerro Torre galt lange als einer der schwersten Kletterberge der Welt. Sturm, Regen, Wind, Wetter erlauben die Besteigung nur an ausgewählten Tagen. Aber vor allem ist der Cerro Torre Schauplatz eines grandiosen Schauspiels. 1959 will der Italiener Cesare Maestri mit dem Tiroler Toni Egger erstmals die Nordwand geklettert sein. Sein Aufstieg wurde in Kletterkreisen nicht anerkannt. Er bestiegt die Südostwand 1970, in dem er mit einem Kompressor Löcher bohrte und Haken befestigte. Auch dieser Aufstieg wurde nicht anerkannt.
Die Nordamerikaner Hayden Kennedy und Jason Kruk kletterten 2012 die Route fast frei – ohne technische Hilfsmittel. Auf dem Rückweg entfernten sie alle Haken. Den Österreichern David Lama und Peter Ortner gelang 2012 die erste freie Begehung entlang der „Kompressorroute“. Aber trotz des medialen Mega-Erfolgs: die Avantgarde klettert woanders: zum Beispiel am Torre Egger in der Bildmitte, für dessen Besteigung die Norweger Bjørn-Eivind Årtun und Ole Lied
2011 mit einem Piotel d’Or geehrt wurden. Oder am Cerro Riso Patron, der ca. 50 Kilometer südlich liegt für dessen Besteigung es 2016 diesen Preis gab.
Kompressor-Route
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
70 cm * 100 cm, 2016
Der Kompressor des Italieners Maestri hängt noch kurz unterhalb des Gipfels der Cerro Torre – zwei Haken der vom Kompressor ermöglichten Route sind noch da.
Mazeno Grat
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
100 cm * 70 cm, 2016
Der deutsche Schicksalsberg Nanga Parbat hat viel zu bieten: die Rupal Wand ist die höchste Wand der Welt. Es ist der erste ohne Sauerstoff bestiegene Achttausender. Die größte Herausforderung am Nanga Parbat der letzten Jahre wurde 2012 gemeistert. Die über 50 jährigen Briten und d’or Preisträger Rick und Sandy Allen Piolet verbrachten über eine Woche in mehr als 7.000 Meter Höhe und erstiegen ein den Nanga Parbat über eine der schwersten Traversen der Welt.
Muztagh Turm
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
70 cm * 100 cm, 2016
Viele nahezu unbekannte Berge erregen heute öffentliches Interesse. Drei Russen waren 2012 17 Tage am Stück in den steilen Wänden des 7.000ers Muztagh Turm im einsamen Muztagh Baltoro in Pakistan in der Nachbarschaft des K2. Sie zogen die gesamte Verpflegung an einem Schleppsack hinter sich her. Die spektakuläre Begehung sichert den Bergsteigern nicht nur einen Piolet d’Or, sondern dem Berg Bekanntheit.
Jianglangshan Berg
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
100 cm * 70 cm, 2016
China öffnet sich mehr und mehr für Touristen. Die Schönheit der Natur wird so immer deutlicher. Auch der Jianglang in der gleichnamigen chinesischen Provinz ist ein schöner Berg, der von vielen einheimischen Touristen besucht wird. Der Amerikaner Jeb Corliss flog 2013 mit einem Wingsuit sozusagen durch den Berg.
I love this 😊
— Jeb Corliss (@jebcorliss) May 17, 2017
Toter Bergsteiger
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
100 cm * 70 cm, 2016
Jeden Tag sterben Menschen. Das Ersteigen von Bergen ist keine ungefährliche Sportart – auch in den Alpen sterben jedes Jahr mehrere Menschen. Nur, dass wir unsere Toten normalerweise begraben können. Reinhold Messern und Hans Kammerlander machten die Weltöffentlichkeit darauf aufmerksam, dass die in großer Höhe so gut wie unmöglich ist, als sie einem Toten am Gasherbrum den Anorak übers Gesicht zogen.
Olymp Mytikas Gipfel
Oil Painting, Portraits and Landscape Painting
Ölgemälde, Porträt, Landschaftsbilder
100cm * 70 cm, 2016
Heilige Berge sind in Mode – jährlich pilgern hunderte Menschen aus dem Westen zum chinesischen Kailash, dem Machapuchare in Nepal.
Dabei liegt das Glück schon in Griechenland – der Olymp dürfte der bekannteste heilige Berg der Welt. Viele Gipfel krönen ihn, und auf dem höchsten und am schwersten zu besteigenden war der Pantheon errichtet, in dem sich die zwölf auf dem Berg lebenden griechischen Götter versammelten.
Konzept der 20 zeitgemäßen Landschaftsbilder
Herr, lass mich zu meinen Brüdern zurückkehren, auf dass ich sie warne, damit sie diesem Ort der Pein fernbleiben.
Der Mönch John Bremble aus Canterbury, 1188 bei der Überquerung der Alpen
Berge waren bedrohliche Barrieren. Wir wussten nicht, dass sie schön sein können.
Seit dem 11. Jahrhundert kennen wir verzerrte Darstellungen der Alpen, wie zum Beispiel durch Giotto. Leonardo da Vinci fertigte erste realistische Felsstudien an, bis sie im 18. Jahrhundert von Caspar Wolf (Staubachfall), Claude Joseph Vernet oder auch Johann Wolfgang Goethe intensiver untersucht, und im 19. Jahrhundert durch Joseph Anton Koch mit seinem Bild vom Schmadribachfall zum künstlerischen Objekt wurden. Im gleichen Zeitraum brachten Postkarten, Fotografie und Vorführungen zuerst Engländern und dann der Welt die Berge näher. Ihre Schönheit – und ihre Gefahren.
Der Mensch erobert immer mehr Raum der einstig unbezwingbaren Riesen. Heute wandern Millionen Menschen in den Bergen oder fahren Ski. Selbst in entlegenen Tälern ist der Bergtourismus zum Wirtschaftsfaktor geworden.
Malerei von Landschaften wird heute nicht mehr benötigt – die Dokumentation der Natur ist längst Sache von Foto und Film – nachbearbeitet oder nicht. Die Medien holen die Bergwelt ins Wohnzimmer; Gipfelbesteigung in XXL ganz bequem vom Sofa aus.
Ist die Bergmalerei wirklich ersetzbar geworden? Was kann eine gemalte Landschaft heute noch leisten? Welche neuen Eindrücke kann sie vermitteln? Langweilig oder gar überflüssig ist sie beileibe nicht!
Welche Berge werden heute gemalt? Kleine oder große, leichte oder schwere, bekannte oder unbekannte, weiße, schwarze, rote, blaue oder gelbe Berge? Und wie werden sie dargestellt? Darstellerisch gemalt oder expressiv gekleckst, naturgetreu abgebildet oder künstlerisch verzerrt, mit oder ohne Hirsch im Vordergrund…? Und wie werden Berge bestiegen?
Heute ist es schwerer die Abenteuerlust der Bergsteiger zu befriedigen; neue Gipfel zu erklimmen braucht neue Horizonte. Die Art und Weise der Besteigung ändert sich – freies Klettern und immer ausgefalleneren Sportarten lösen klassische Expeditionen ab. Ungeübte Teilnehmerinnen und Teilnehmer stoßen immer weiter vor.
Diese Serie zeigt zwanzig Skizzen moderner Bergmalerei. Die Berge – sind alt bekannte und neu entdeckte – beginnen mit dem Lauterbrunnen Tal, dem Tal, in dem Caspar Wolf und Claude Joseph Vernet Wasserfälle malten.
Making Off
Über mehr als fünf Jahre hinweg bin ich mit Google Earth um die Welt geflogen, habe die höchsten Berge der Welt studiert und den Mount Elburs (höchster Berg Europas) sogar bestiegen. Ich habe Bücher gelesen, Internetartikel gewälzt und mehrere Serien über Bergsteiger gemalt.
Aus 60 Möglichkeiten habe ich 20 Berge ausgewählt und gemalt, drei weitere sind in den Ölgemälden beinhaltet. Die Malerei war Teil der Reise: einige Bilder habe ich vernichtet, anderer mehrfach übermalt. Meine Landschaftsbilder sehen heute anders aus, als noch vor kurzer Zeit.
Auch was den Untergrund angeht: Die Kritik an Unrat auf dem Berg und Zerstörung der Natur ist nicht neu. Diese Serie präsentiert sich bewusst schlicht, auf ökologischem Untergrund aus Pappe. Das Motiv steht im Vordergrund. Die Schönheit der Natur. Sie braucht keinen pompösen Rahmen.
